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Menschen entlasten.

5 Punkte für das Saarland

Spürbare Entlastung im Alltag - damit wieder Luft zum Leben bleibt
Beschluss des Landesvorstandes Die Linke Landesverband Saar vom 04.10.2026

Die anhaltend hohen Lebenshaltungskosten stellen viele Menschen im Saarland vor erhebliche Herausforderungen. Besonders die Kosten für Mobilität, Mieten und einzelne Energieträger belasten die Haushalte massiv. Entlastung muss dort ankommen, wo Menschen ihren Alltag tatsächlich erleben. Entscheidend ist, ob am Monatsende tatsächlich mehr finanzieller Spielraum bleibt.

Gerade für das Saarland stellt sich die Frage, wie das Land seine eigenen Handlungsmöglichkeiten konsequenter nutzt. Wo landespolitische Zuständigkeit besteht, muss sie wahrgenommen werden. Auf Bundesebene sollte das Land seine Interessen offensiver vertreten.

Denn Entlastung ist mehr als eine finanzielle Frage. Wer ständig darum kämpfen muss, die nächste Rechnung zu bezahlen, hat weniger Zeit, Kraft und Sicherheit für Familie, gesellschaftliche Teilhabe und die eigene Zukunft. Eine Politik der Entlastung schafft die Voraussetzung dafür, dass Menschen wieder Handlungsspielräume gewinnen und ihre eigenen Vorstellungen von einem besseren Leben verwirklichen können.

1. Kostenloses Mittagessen in Schulen und Kitas und echte Lernmittelfreiheit

Unsere Forderung: Ein kostenloses, gesundes, warmes und hochwertiges Mittagessen für alle Kinder in Schulen und Kitas. Kombiniert damit sollen Schulbücher, Arbeitshefte, Lektüren und notwendige digitale Lernmittel vollständig kostenlos zur Verfügung gestellt werden.

Entlastung: Bei zwei Kindern können rund 2.090 € pro Jahr eingespart werden. Zusammen mit den heutigen Medienausleihgebühren sind es rund 2.410 € jährlich, mehr als 200 € im Monat!

2. Den steigenden Mieten den Kampf ansagen

Unsere Forderung: Mietpreisüberhöhungen und Mietwucher konsequent bekämpfen - mit vom Land finanzierten Fachstellen in den kommunalen Ordnungsämtern und spezialisierten Staatsanwält:innen, Besteuerung von Leerstand, einer Mietpreisbremse per Landesverordnung und schnellerer Auszahlung von Wohngeld! Zukünftig mehr gemeinnützigen Wohnraum mit dauerhafter Sozialpreisbindung schaffen und eine landeseigene Wohnungsbaugesellschaft aufbauen, die saarlandweit sozial baut, saniert und bewirtschaftet.

Entlastung: Unser Ziel ist, die Zahl der Menschen, die mehr als 40% ihres Einkommens fürs Wohnen ausgeben, bis 2032 zu halbieren.

3. Kostenloser ÖPNV

Unsere Forderung: Kinder, Senior:innen und Menschen mit Sozialleistungsbezug sollen ab sofort kostenlos Bus und Bahn nutzen können. Ab 2030 soll der ÖPNV im Saarland für alle kostenlos werden wie in Luxemburg, verbunden mit Bahnstreckenreaktivierungen, besserer Taktung und einer engeren Anbindung des ländlichen Raums.

Entlastung: Danach sparen Familien mit zwei Kindern durch den Wegfall des Junge-Leute-Tickets 1.065,60 € pro Jahr. Kommt ein Deutschlandticket für ein Elternteil hinzu, sind es rund 1.820 € jährlich.

4. Energie bezahlbar machen und Energiesperren verhindern

Unsere Forderung: Ein saarländischer Energie- und Entlastungsfonds soll besonders belastete Haushalte bei hohen Energiepreisen unterstützen und in akuten Notlagen schnell und unbürokratisch helfen. Gleichzeitig soll das Saarland sich für ein Verbot von Strom-, Gas-, Heizungs- und Wassersperren stark machen. Menschen, die in ihrem eigenen Wohnraum leben, sollen durch kostenfreie Energieberatung sowie Landesbürgschaften für energetische Sanierungen und Heizungstausch unterstützt werden.

Entlastung: Besonders betroffene Haushalte können bis zu 500 € pro Jahr erhalten, bei besonderen Belastungen entsprechend mehr.

5. Kultur, Sport und Freizeit für alle

Unsere Forderung: Ein landesweites Bäder-Abo (20 Euro für Erwachsene, 10 Euro für Kinder), kostenlose Sportangebote im öffentlichen Raum sowie kostenloser Eintritt für Kinder und Jugendliche in öffentliche Museen und Kultureinrichtungen wie Theater plus flächendeckend zwei freie Museumssonntage im Monat für alle Saarländer:innen.

Entlastung: Je nach Nutzung können Familien mehrere hundert Euro pro Jahr sparen - etwa durch günstigeren Schwimmbadzugang und kostenlosen Museumseintritt.

Damit lässt sich unsere Botschaft auf einen Satz bringen: Mehr Geld zum Leben statt für Konzerne, hohe Mieten, teure Tickets und Aufgaben, für die unser Gemeinwesen zuständig ist.

Und wer soll das bezahlen?

Wir können diese Entlastungen finanzieren, wenn wir im Landeshaushalt andere Prioritäten setzen: Geld muss eingesetzt werden, wo es den Alltag der Menschen unmittelbar verbessert. Gleichzeitig brauchen wir mehr Einnahmen. Zur Finanzierung des Kita- und Schulmittagessens sowie der Nutzung von Freizeitangeboten unerstützen wir die Abrufung der Mittel aus dem Bildungs- und Teilhabepaket des Landes. Der ÖPNV soll neben Steuermitteln auch aus einer Umlage finanziert werden. Für eine solide Finanzierung brauchen wir auch eine stärkere Besteuerung großer Vermögen und Erbschaften sowie eine gerechtere Steuerpolitik auf Bundesebene. Die Wiedererhebung der Vermögensteuer nach dem aktuellen DIW-Modell könnte dem Saarland rund 1,14 Milliarden Euro jährlich zusätzlich bringen. Wer viel besitzt, kann und soll mehr zum Gemeinwesen beitragen - damit die breite Mehrheit spürbar entlastet wird. Dazu kommt die konsequentere Bekämpfung von Steuerhinterziehung und Steuervermeidung, eine stärkere Beteiligung des Bundes an den Kosten öffentlicher Aufgaben und eine Abschaffung der Schuldenbremse.

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