Heizkostenexplosion und Klimabremse: Saarlands Wohnungsbestand verrottet – Landesregierung schaut zu

Die neue Analyse zum massiven Sanierungsstau bei Immobilien im Saarland ist ein alarmierendes Signal und offenbart eine umwelt- und wohnpolitische Katastrophe mit Ansage. „Wenn in einzelnen Landkreisen über 70 Prozent der angebotenen Wohnimmobilien in den schlechtesten Energieeffizienzklassen liegen, dann ist das nicht nur ein klimapolitisches und sozialpolitisches Problem. Seit Jahren steigen Energiepreise und CO₂-Kosten, doch die Landesregierung hat es versäumt, eine wirksame Strategie für die energetische Modernisierung des Gebäudebestands vorzulegen. Die Leidtragenden sind Mieterinnen und Mieter sowie selbstnutzende Eigentümer, die in schlecht gedämmten Häusern leben und enorme Heizkosten schultern müssen“, so Dennis Kundrus, stellvertretender Vorsitzender der Linken Saar.

 „Dieser Sanierungsstau ist das Ergebnis politischer Untätigkeit. Klimaschutz im Gebäudesektor wurde dem Markt überlassen – und der Markt hat versagt. Wir brauchen endlich eine aktivere Rolle des Landes, das Verantwortung übernimmt und den Umbau des Wohnungsbestands sozial ausgeglichen organisiert“, so Kundrus. Es könne nicht sein, dass strukturschwache Regionen weiter abgehängt werden, während energetische Sanierungen vom individuellen Geldbeutel abhängig bleiben.

Die Linke Saar fordert daher die Gründung einer landeseigenen Bau- und Sanierungsgesellschaft aus der WOGE Saar heraus, die Bestandsimmobilien ankauft, systematisch energetisch modernisiert und bezahlbaren Wohnraum schafft. Gleichzeitig müssen die öffentlichen Mittel für Sanierungen deutlich erhöht und kommunale Baugesellschaften stärker politisch gesteuert werden, damit soziale und ökologische Kriterien Vorrang haben. „Der Sanierungsstau ist politisch gemacht und er kann nur durch entschlossenes öffentliches Handeln überwunden werden“, so Kundrus abschließend.