Gegen mehr Bundeswehrwerbung an saarländischen Schulen!

Die Bundeswehr baut ihre Präsenz im Saarland weiter aus, nicht nur an Schulen, sondern zunehmend auch an Hochschulen. Aktuelle Zahlen einer kleinen Anfrage der Bundestagsfraktion der Linken zeigen eine deutliche Entwicklung: Bereits im ersten Quartal 2026 gab es 15 Auftritte der Bundeswehr an saarländischen Schulen, während es im gesamten Jahr 2025 insgesamt 31 waren. Damit ist schon nach wenigen Monaten mehr als die Hälfte des Vorjahreswertes erreicht. Gleichzeitig ist auch eine deutliche Steigerung der geplanten öffentlichen Auftritte an Universitäten und Fachhochschulen zu verzeichnen.

Der Landesvorsitzende Florian Spaniol kritisiert diese Entwicklung scharf: „Die Bundeswehr intensiviert ihre Werbung gezielt bei jungen Menschen. Das ist kein Zufall, sondern Teil strategischer Nachwuchsgewinnung. Die Bundeswehr hat an Schulen aber nichts verloren. Minderjährige werden von der Bundeswehr nicht neutral informiert, es wird faktisch für den Dienst an der Waffe geworben. Einsätze der Bundeswehr an Schulen widersprechen unserer Auffassung nach dem Überwältigungsverbot nach dem Beutelsbacher Konsens. “

Besonders problematisch ist aus Sicht der Linken Saar die verstärkte Präsenz in der Sekundarstufe II, also genau dort, wo junge Menschen wichtige Entscheidungen über ihre berufliche Zukunft treffen. „Bildungseinrichtungen dürfen nicht zu Rekrutierungsorten der Bundeswehr werden“, so Spaniol weiter. „Gerade in diesen sensiblen Lebensphasen braucht es unabhängige Orientierung, keine einseitige Einflussnahme durch militärische Akteure. Die Linke Saar fordert daher ein klares Werbeverbot für die Bundeswehr an saarländischen Schulen. Stattdessen muss die politische Bildung gestärkt und zivile Perspektiven in den Vordergrund gestellt werden.“