Bundeswehr verteilt am Tag der deutschen Einheit „Pro Patria“-Sticker des umstrittenen FschJgRgt 26 an Kinder – Die Linke Saar kritisiert Militarisierung öffentlicher Veranstaltungen

Die Saar-Linke zeigt sich empört über die Verteilung militaristischer Aufkleber mit der Aufschrift „FschJgRgt 26 – Pro Patria!“ durch die Bundeswehr beim Fest zum Tag der Deutschen Einheit in Saarbrücken. Nach Kenntnis der Partei wurden die Sticker zusammen mit weiteren Werbematerialien an Kinder ausgegeben. Auch konnten Kinder auf dem Fest mit Bundeswehrfahrzeugen posieren. Der stellvertretende Landesvorsitzende der Linken Saar, Dennis Kundrus, bezeichnet die Aktion als „geschmacklos und politisch höchst bedenklich“:
„Besonders bedenklich ist, dass es sich teilweise um Material des Fallschirmjägerregiments 26 handelt – einer Einheit, die gerade erst durch rechtsextreme Vorfälle, Drogenmissbrauch und sexuelle Übergriffe aufgefallen ist“, kritisiert Kundrus. „Es ist schlimm genug, dass die Bundeswehr am Nationalfeiertag mit Panzern auf der Wilhelm-Heinrich-Brücke steht. Statt für Frieden und Demokratie zu werben, werden dazu Aufkleber verteilt mit einem Spruch, der zur Glorifizierung des Opfertods im Krieg dient. ‚Pro Patria‘ stand schon im Kaiserreich und in der Wehrmacht für ein militaristisches Vaterlandsverständnis – und hat in einer demokratischen Armee nichts verloren”, so Kundrus weiter.
„Hier wird Krieg heroisiert und ein rückwärtsgewandtes Soldatenbild gepflegt. Wie fordern ein Verbot militärischer Werbung gegenüber Kindern. Kinder sollen nicht mit Waffen und Kampfsymbolik in Berührung kommen. Eine demokratische Gesellschaft muss ihre Jugend für Frieden begeistern – nicht für das Schlachtfeld”, moniert Kundrus. Die Linke Saar fordert auch eine Aufklärung durch die Bundeswehr, in welchem Umfang die “Pro Patria” Sticker des umstrittenen Fallschirmjägerregiments 26 beim Tag der deutschen Einheit verteilt wurden und eine Auskunft, nach welchen Standards öffentliche Werbeaktionen der Bundeswehr überwacht werden. Einzelne Familien sind an den Landesvorstand der Linken herangetreten und haben sich höchst irritiert von der massiven Präsenz der Bundeswehr am Tag der deutschen Einheit in Saarbrücken gezeigt.