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8. Januar 2018 Peter-Imandt-Gesellschaft/rls

Jahresauftakt Peter-Imandt-Gesellschaft/rls: Filmvorführung Der Mörder in der Mülltonne

Saarbrücken, Kino achteinhalb, Nauwieserstr. 19, 19 Uhr.

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Während am 20. April 1945 Adolf Hitler im Führerbunker in Berlin seinen letzten Geburtstag begeht, wird in Mittelbexbach nachts auf offener Straße ein Polizist erschossen.

Erst kürzlich wurde es von den Amerikanern befreit, die den 44 Jahre alten Metzger Karl Klein zum Bürgermeister ernannten, wahrscheinlich, weil sich Klein als Kommunist zu erkennen gab.

Dies und der Umstand, dass vor dem Hintergrund von Chaos und allgemeiner Auflösung an eine geordnete Ermittlung nicht zu denken war, haben die Amerikaner Wichtigeres zu tun, als den Tod eines »Nazi-Polizisten« zu untersuchen.

Die Franzosen aber, die das Saarland im Juli 1945 als Besatzungsmacht übernehmen, sehen den Fall anders.

Karl Klein wird festgenommen und 1949 zum Tode verurteilt. Die Saar-Regierung unter Johannes Hoffmann wandelt das Urteil in »Lebenslänglich« um. Karl Klein, der immer seine Unschuld beteuerte, bleibt in Haft bis zum 30. Januar 1969. Dann nutzt er eine günstige Gelegenheit und lässt sich aus dem Gefängnis gewissermaßen entsorgen: in einer Mülltonne, als Schweinefutter getarnt.

Die Dokumentation von Inge Plettenberg aus dem Jahr 2004 erzählt den Fall des »Mülltonnen-Ausbrechers« und lässt dabei die einzigen noch lebenden Zeitzeugen zu Wort kommen.

Anlässlich unseres Jahresauftakts zeigen wir den »Mörder in der Mülltonne« in Kooperation mit dem Kino Achteinhalb und mit freundlicher Genehmigung des SR.

Unter der Moderation von Dr. Jürgen Albers nimmt sich anschließend eine Podiumsrunde diesem und anderen Fällen von juristischer Willkür im Saarland an.