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Am Freitag, den 26. September 2014, fand in Landsweiler-Reden eine Informationsveranstaltung inkl. Begehung des dortigen Erlebnismuseums statt. An dem Vor-Ort-Termin nahmen Mitglieder des Landesvorstandes um die stv. Landesvorsitzende und Kreisvorsitzende Neunkirchen Andrea Küntzer, der Landtagsfraktion um MdL Ralf Georgi sowie interessierte Mitglieder unserer Partei aus dem Saarland teil. Rechtsanwalt Matthias Michael Kuhl, der neben seiner beruflichen Tätigkeit als Rechtsanwalt in Dresden am Standort das Erlebnismuseum Gondwana entwickelt und betreibt, sowie sich maßgeblich für die entstandene Symbiose zwischen dem Paläomuseum und dem Zentrum für Biodokumentation (ZfB) federführend zeitigt, führte die Gruppe durch die einzelnen Bereiche, erklärte liebevoll viele hochinteressante Details zu den Exponaten. Dabei unterstützt von Herrn PD Dr. Michael Gudo, Vorstandsmitglied der „Paläontologischen Gesellschaft und Evolutionsbiologie“, die in 2015 ihre Jahrestagung in Reden abhalten wird. Im Rahmen dieser Tagung wird auch das „Fossil des Jahres, das sicherlich kein Politiker sein wird“ wie Herr Rechtsanwalt Hans-Georg Warken schmunzelnd versicherte, gekürt werden. Nicht selten musste Herr Warken, obwohl sichtlich selbst palö-infiziert, seine beiden Mitstreiter um etwas mehr Kürze bitten. Denn gefesselt durch die sichtlich erkennbare Begeisterung der Herren Kuhl und Gudo, vergaßen alle Beteiligten häufig die Zeit. Und so wurden aus geplanten anderthalb Stunden schließlich drei Stunden.

 

Im vorgeschalteten Informationsteil sowie den privaten Diskussionen im Anschluss erfuhren die Anwesenden Details rund um die Absprachen zwischen Land und Herrn Kuhl. Und wie schleppend bis gar nicht die Absprachen vom Land bislang eingehalten worden sind. Dabei reicht die Bandbreite von nicht umgesetzten, aber zugesicherten Infrastrukturmaßnahmen – z.B. Verbindung von Bahnhof zum Gelände, so dass Schulkinder und -klassen keinen halbstündigen Umweg durch den Ort machen müssen, allein aus Haftungsgründen kein unerheblicher Punkt! - bis hin zu einer ernsthaften Förderung des Museums und der vor Ort befindlichen Kooperationsmöglichkeiten durch das Land. Hätte das Land zeitnah und ernsthaft eine Kooperation zwischen dem Gondwana-Museum und dem ZfB befeuert, hätte man möglichen Besuchern am Standort Reden eine umfassende Informationsplattform bieten können. Diese würde sich aus dem Museum und seinen Exponaten, den rund 460.000 Exponate der geologisch-mineralogischen Sammlung der ehemaligen Sammlung der Universität des Saarlandes und der Saarbergwerke sowie den 40.000 Exponaten der Karbonsammlung der Saarbergwerke zusammengesetzt hätte; ergänzt um die reichhaltig bestückten botanischen, zoologischen und entomologischen Sammlungen am ZfB. Das dies nun doch möglich ist, verdankt man nicht dem Land, sondern der Leitung der ZfB und des Gondwana-Museums. Für die Gondwana-Leitung wäre es schon ein riesen Schritt in die richtige Richtung, wenn man beim Land wenigstens endlich von einem Edutainment Center Gondwana, statt von einer Dinoworld sprechen würde. Ob sich die eigentlich korrekte Bezeichnung des Gondwana-Museums durchsetzt, daran wagt Herr Kuhl kaum noch zu hoffen.

 

„Subsummiert man die heutigen Aussagen und schaut sich öffentliche Statements des Landes an, vor allem die negativen Meldungen in denen Schlagwörter wie Insolvenz vorkommen, dann darf man sich von Landesseite nicht wundern, wenn die Betreiber 200-300 Besucher pro Tag verzeichnen, statt den angepeilten 350-400. Mit solchen Aussagen befeuert man nicht das Gelingen des Projektes, sondern zerredet es, schädigt es vorsätzlich. Warum man das macht? Eine gute Frage, denn Sinn ergibt es keinen! Denn nur durch ein lauffähiges, selbsttragendes Gondwana-Museum kann - in Kooperation mit Erbe, ZfB und anderen Bildungsträgern - vor Ort etwas bewirkt werden und sich auf lange Sicht rechnen. Jetzt gilt es sich an eine konstruktive Planung für die Zukunft zu begeben. Nicht für das Gondwana-Museum allein, sondern für den kompletten Standort Landsweiler-Reden. Ansonsten kann man als Neologismus für das Einzugsgebiet Reden das Kürzel K-C-Massensterben, analog dem K-T-Massensterben (Kreide-Tertiär) einführen: denn für die aktuellen Probleme stehen nicht zuletzt Kramp-Karrenbauer-Commerçon in der Verantwortung. Vielleicht sollte man dem Betreiber Herr Kuhl einfach empfehlen das Gondwana-Museum in 6. Pavillon umzubenennen. Da geht Alles ein Stückchen einfacher, schneller und Geld spielt gar nicht so die Rolle. Dieses Hickhack muss endlich aufhören, es muss ein interessanter Entwicklungsplan aufgestellt und zeitnah umgesetzt werden. Prowin, die mit den Unterwasseraufnahmen eine interessante Ausstellung in Gondwana anbieten, baut vis-à-vis des Museums zurzeit eine Weiterbildungsakademie, ein Hotelbedarf besteht.

 

Die Kooperation der Sammlungen vor Ort besteht, die Fark zeigte, dass es ohne weiteres möglich ist Besucher nach Reden zu locken. Die vielen nicht-saarländischen Besuchern – ein holländischer Audioguide wird bald den französischen komplettieren – sowie die Fahrtenprogramme und Veranstaltungsangebote der Volkshochschulen im Saarland zeigen das Interesse an dem Museum. Was braucht es noch, damit die Politik endlich einsieht, dass es höchste Zeit wird konstruktiv vor Ort tätig zu werden, ohne Wenn und Aber. Destruktiv war man nun wirklich lange genug!“ so Andreas Neumann.

phelan

Paläontologisches Museum Gondwana in Reden – Treffen Lavo und Landtagsfraktion mit dem Betreiber