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Erinnerung an die Opfer in Blieskastel

 

Es ist Sonntag, der 27. Januar 2013. Heute ist es genau 68 Jahre her, dass das Konzentrationslager Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit wurde. Ein Tag, der uns alle mahnt, dass dessen traurige Geschichte nicht in Vergessenheit geraten darf. In Blieskastel erinnern seit 2009 die künstlerischen Stolpersteine von Gunter Demnig an die Blieskastler Opfer von Mord und Misshandlung. Ihre Namen und die Begleitumstände ihres Todes oder Verschwindens wurden mit Schlagbuchstaben in Messing eingehämmert. Die Steine wurden in der Straße des letzten Wohnortes der Ermordeten oder Deportierten verlegt. Jedes Jahr reinigen die Mitglieder der Stadtratsfraktion der LINKE, Dieter Geis und Antonio Reda, die Mitglieder des Ortsverbandes der LINKE, die Bundestagsabgeordnete Yvonne Ploetz, unter den aufmerksamen Augen der Passanten die Steine in der Gerbergasse, der Kardinal-Wendel-Straße und der Bezirksstraße in Niederwürzbach. Die Pflege ist hauptsächlich eine symbolische Aktion. Es ist ein Verbeugen vor den Opfern, die Erinnerung an sie und Erinnerung an den Schwur von Buchenwald: „Die Vernichtung des Nazismus mit seinen Wurzeln ist unsere Losung. Der Aufbau einer neuen Welt des Friedens und der Freiheit ist unser Ziel.“

Leider ist die Aktualität der Thematik unübersehbar: Antisemitismus und Rassismus kommen mehr und mehr in der Mitte der Gesellschaft an. In einer kürzlich veröffentlichten Studie der Friedrich-Ebert-Stiftung wird deutlich: fast jeder zehnte Deutsche hat ein geschlossenes rechtsextremes Weltbild und jeder Vierte ist ausländerfeindlich eingestellt. Erschreckende Zahlen einer erschreckenden Situation.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hielt in ihrer wöchentlichen Videobotschaft einen Aufruf an die Bevölkerung vor: „Mit Mut und Zivilcourage kann auch jeder Einzelne einen Beitrag dazu leisten, dass Rassismus und Antisemitismus keine Chance haben.“ So richtig und wichtig ihr Hinweis auch ist, so krass steht er im Gegensatz zu einem gerade gefällten Gerichtsurteil in Dresden. Der 36jährge Familienvater Tim H. wurde zu einer knapp zweijährigen Haftstrafe ohne Bewährung –und vor allem ohne konkrete Beweise – durch das ansässige Amtsgericht verurteilt, da er an der jährlichen Blockade des Dresdner Naziaufmarsches beteiligt war. Dass das harte Urteil auch abschreckende Wirkung haben sollte, daraus machte der Richter kein Geheimnis. Das ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die sich im Alltag Nationalsozialisten entgegen stellen. Wir solidarisieren uns ausdrücklich mit Tim und all den anderen mutigen Antifaschisten und Antifaschistinnen und wünschten uns, auch die Regierungschefin würde sich dahingehend äußern und so ihrem Aufruf für Zivilcourage Nachdruck verleihen.

 Für DIE LINKE in Blieskastel: Dieter Geis (Fraktionsvorsitzender im Stadtrat), Yvonne Ploetz (Vorsitzende und MdB)

 

Pflege der Stolpersteine in Blieskastel 2013