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Fotos: Reinhold Engel, Geschäftsführer Kreisverband Merzig-Wadern

Zukünftige Energieversorgung – Chancen und Risiken

 

Zur Podiumsdiskussion mit kompetenten Fachleuten hatte der Ortsverband der Linken in Friedrichsthal und der Kreisverband Saarbrücken der Linksjugend in den Bildstocker Rechtsschutzsaal eingeladen. Die Idee zu dieser Veranstaltung hatte der Bundestagsabgeordnete Thomas Lutze, der auch als Moderator fungierte. Nachdem die Band um den SR Journalisten Jürgen Albers den Saal mit Musik der 60er Jahre und kritischen neuen Texten aufgeheizt hatte, begrüßte OV Vorsitzender Jürgen Trenz die Gäste und die zahlreich erschienenen Besucher. Dipl.-Ing. Hans-Hermann Michaelis, Direktor des VSE Kraftwerks Ensdorf betonte als erster Redner, dass das Saarland noch etliche Zeit auf fossile Stromerzeugung setzen müsse. Er zweifelte ob Erdgas wegen der hohen Abhängigkeit vom Gasimport langfristig die Erwartungen erfüllen könne. Im Saarland ,so Michaelis, brauche man Spannungssicherheit im Netz damit Strom industrienah erzeugt wird, um Schwankungen zu vermeiden. Stromausfälle würden die High Tech Produkte der Saarwirtschaft in Frage stellen. Gerhard Bös, Geschäftsführer der Stadtwerke Friedrichsthal, stellte sein Unternehmen vor und betonte das man in der Preisskala im hinteren Bereich stehen würde. Interessant waren auch die Ausführungen von Peter Klasen. Der stellvertretende Geschäftsführer des TÜV Nord, früher RAG Bildung, erläuterte, das die Möglichkeiten, Ausbildungsplätze im Energie-Bereich zur Verfügung zu stellen, noch immer groß seien. Gerade Ingenieure würden später händeringend gesucht. Dagmar Ensch-Engel, umweltpolitische Sprecherin der Linken Fraktion im saarländischen Landtag betonte, dass die Macht der Großkonzerne und marktbeherrschenden Unternehmen im Energiebereich der Hauptgrund für die hohe Preisgestaltung sei. Von Parteien die große Spenden erhielten, könne man nicht erwarten, dass sie Politik gegen ihre Geldgeber betreiben würden. Ein Flop, so Ensch-Engel, wäre auch der Rat des Umweltministers Energiesparberater in die Haushalte zu schicken. Wer soll, bei all den steigenden Preisen, die dann fällig werdenden privaten Investitionen tätigen. Nach einer sehr intensiven Diskussionsrunde hatte der Moderator das Schlusswort. Thomas Lutze: „An die Macht der Energiekartelle trauen sich weder der Bundesumweltminister noch die Kanzlerin. Man möchte sich natürlich vor der Bundestagswahl nicht mit potenziellen Wahlkampfspendern anlegen. Der Verbraucher ist der Dumme und zahlt weiter brav die deutlich überhöhten Srompreise“.

Energiepolitische Veranstaltung im Rechtschutzsaal