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Beitrag von Natascha Bingenheimer

 

In der Alten Oper Frankfurt waren am 18.11. die Gäste zum Empfang des European Banking Kongress angekommen und auf dem Platz davor hatte die Linke zur Kundgebung geladen, - größer konnten die Gegensätze gar nicht sein. Lafontaine intoniert die Fahnen schwingende Menge: „Wir grüßen die Bankenwelt von diesem Platz!“ Der Hauptredner des Abends, auf den mehrere hundert Menschen über eine Stunde lang gewartet hatten, war vor der Kulisse der Bankentürme und den angrenzenden Shoppingmeilen in seinem Element. Das Saarland kam mit einem ganzen Reisebus, die hessischen Linken waren natürlich auch vor Ort.


Die griechische Autorin und Publizistin Nadia Walawani überbrachte zuvor einen bestechend klugen Bericht über die Lage des griechischen Volkes, zeigte sich überzeugt, dass die europäische, die deutsche und die griechische Linke eine grenzüberschreitende Volksbewegung entfaltet und unterstützt, die den in Europa lebenden Bürgern die Werte einer selbstbestimmten Demokratie zurück geben wird. Einer Ordnung, die nicht länger von Finanz- und Banksystemen bestimmt wird, einer Ordnung, die die Grundrechte des Individuums achtet und den Wert der selbst bestimmten Arbeit anerkennt.


Lafontaine erklärte, dass das Banken- und Finanzsystem in einem permanenten Konflikt mit den Grundrechten steht, dass Werte durch das Bewegen von Geld nicht geschaffen werden können, sondern allein durch die Arbeit der Menschen. Er griff die sehr ungleiche Verteilung des Vermögens in Deutschland und in Europa insgesamt scharf an. Wegweisend waren Lafontaines Bemerkungen zu den Occuppy Frankfurt-Teilnehmern praktisch nebenan unter dem Eurosymbol. Er erinnerte daran, dass, wer verändern will, auch bereit sein muss, an den politischen Willensbildungsprozessen als Teilhabe zu partizipieren. Das müsse der außerparlamentarische Protest erkennen.


Ein weiteres Highlight war Geier Sturzflug – inzwischen schon mächtig ergraut – die den Wartenden die Zeit des Wartens auf den Hauptredner des Abends, Oskar Lafontaine, verkürzten.


Die Bankentürme brachte die Kundgebung nicht zum Einsturz, gewiss nicht, aber der Unmut der Bürger wächst. Es werden mehr, und es gibt sie auch in der Finanzmetropole Frankfurt, Bürger, die sich kritisch mit Schuldenkrise und Finanzsystem auseinander setzen.

18. November 2011: Demo gegen Bankenmacht in Frankfurt