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Riesenandrang beim Frauenschwimmen in Altenkessel

Weit mehr als 200 Frauen und Kinder beim interkulturellen Schwimmangebot

Schon eine Viertelstunde vor Beginn des Frauenschwimmens waren fast alle Parkplätze am Schwimmbad im Saarbrücker Stadtteil Altenkessel belegt. An den Nummernschildern wie Merzig, Homburg und Frankreich konnte man sehen, dass die Frauen auch von weiter her gekommen waren, um das neue Sportangebot in Saarbrücken zu nutzen. Ein Schild am Eingang bat die Männer freundlich und „höflich“ darum, das Schwimmbad ab 14.30 Uhr zu verlassen.

Vor dem Schwimmbad hatte sich schon eine kleine Gruppe an Besucherinnen versammelt, darunter auch die Oberbürgermeisterin Charlotte Britz mit ihrem Pressesprecher, um sich einen persönlichen Eindruck von der Situation zu machen und mit den Menschen vor Ort zu sprechen. Aus der Politik waren außerdem gekommen: von den LINKEN Dagmar Trenz (Regionalverband Saarbrücken und Ortsvorsitzende Burbach-Altenkessel), die Stadtverordnete Inge Stellmacher, die auch in Altenkessel wohnt, der Beigeordnete des Bezirksrats West, Giovanni Barba, und die beiden Bundestagsabgeordneten Thomas Lutze und Yvonne Ploetz.

Von der SPD hatte es sich die Gersweiler Landtagsabgeordnete Isolde Ries und die stellvertretende Fraktionsvorsitzende des Bezirk West Sylvia Niegeloh aus Burbach nicht nehmen lassen, zu kommen. Von den Grünen waren die Landtagsabgeordnete und Kandidatin für die Oberbürgermeisterwahl Claudia Willger sowie die Vorsitzende der Stadtratsfraktion, Karin Burkart, vertreten. Von der FDP stieß die Stadtverordnete und Burbacher Ortsvorsitzende Ana-Isabel Klumpp dazu.

Auf der Straßenseite gegenüber hatte sich ein Grüppchen von ca. 10 Anhängern der NPD um ihren Landesvorsitzenden und OB-Kandidaten Frank Franz versammelt, die schweigend ihre Parteifahne und ein Wahlplakat hochhielten. Nach etwa einer Stunde Schweigen verließen sie die Szenerie.

Es kamen immer mehr Frauen und Kinder, teilweise lieber bewusst in einer Gruppe. Nach nicht einmal einer Stunde wurden kurzfristig wegen Überfüllung keine Frauen mehr ins Wasser gelassen. Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen der Bäderbetriebsgesellschaft des VVS-Konzerns waren dabei sehr freundlich und gingen mit der ungewohnten Situation entspannt um. Selbst die Initiatoren des interkulturellen Frauenschwimmens waren von dem großen Zuspruch überrascht, meinten aber, der Bedarf an einem geschützten Schwimmangebot sei eben immens. Im Schwimmbad selbst gerieten die Schwimmmeisterinnen gerade zu Anfang heftig ins Schwitzen, da die meisten Frauen gleich um 15 Uhr kamen und zudem viele ungeübte Schwimmerinnen darunter waren. Dennoch wurde die große Disziplin trotz der Vielzahl an Nutzerinnen mit ihren Kindern gelobt. Man habe kein einziges Pflaster gebraucht, meinte eine der Aufsichtskräfte schmunzelnd.

Negativ aufgefallen waren jedoch eine Handvoll Frauen, die ihrem Rassismus ungezügelten Lauf ließen und sich im wahrsten Sinne nicht entblößten, ihre nackten Brüste im Schwimmbad zu zeigen. Die Schwimmmeisterinnen mussten ihnen dies untersagen mit dem Hinweis, dass es sich nicht um ein FKK-Schwimmen handele. Andere Aussagen der Unbelehrbaren, die hier nicht weiter wiedergegeben werden sollen, schockierten deutsche wie nicht-deutsche Besucherinnen. Aufregung gab es auch um den an einer Stelle dann doch geöffneten Sichtschutz sowie von Fotos, die jemand ungefragt im Schwimmbad machte. Doch die absolut überwiegende Zahl der Frauen genossen Bewegung und Sport im Wasser, was man anschließend an den entspannten Gesichtern sehen konnte oder am genüsslichen Sitzen auf der Terrasse bei warmen spätsommerlichen Temperaturen. Und dort hatten die Servicekräfte auch gut zu tun.

Dagmar Trenz