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Veranstaltungsrückblick

 

Nach 70 Jahren geb es in Walsheim wieder ein eigenes Bier. Einen Bericht über die Veranstaltung, die u.a. von der Peter-Imandt-Gesellschaft organisiert wurde, war in der Saarbrücker Zeitung nachzulesen. (PDF-Datei)

Auf den Spuren der Geschichte

 

Wir suchen aktuelle Reklame-Bilder von saarländischen Brauerein, die mittlerweile vom Markt verschunden sind. Wer also etwas entdeckt, wo Becker, Gross, Donner oder Schäfer (...) draufsteht, der sende sein Foto ein (per E-Mail)

Die oben abgebildete Neufang-Reklame ist mittlerweise Geschichte. Der Neubau eines Supermarktes gegenüber der Landesgeschäftstselle hat die Werbung verbaut.

Beispiel Saarlouis

 

In der Kreisstadt wurden die Reste der Donner-Brauerei abgerissen. Übrig bleibt nur der Name des neuen Wohngebiets - der "Donner Park". Die abgebildetetn Werbeschriften sind somit auch Geschichte.

 

Herzlich Willkommen bei der LAG Brauereikultur

Mit rund 120 eingeschriebenen Mitgliedern ist unsere Arbeitsgemeinschaft eine der mitgliederstärksten im Landesverband. Unser Selbstverständnis ist, wirtschaftspolitische Entwicklungen im Lande zu begleiten, historisches aufzuarbeiten und nebenbei auch Geselligkeit und Kultur nicht zu vergessen. Aber auch bundesweit macht unsere Arbeit schon Schule. Im Landesverband Berlin hat sich im August 2009 eine zweite LAG Brauereikultur gegründet, am 21. November 2009 fand die Gründung der LAG Bremen statt. Und Anfang 2011 kam mit Mecklenburg-Vorpommern ein weiterer Landesverband hinzu.


Die dunklen Zeiten des Brauereiwesens an der Saar – 1938-45

Am 9. Mai 2016 veranstalteten die Landesarbeitsgemeinschaften (LAG) Brauereikultur und Antirassismus in Zusammenarbeit mit Thomas Lutze (MdB, DIE LINKE) in dessen Regionalbüro N11 in der Nauwieserstraße 11, Saarbrücken, die Kooperationsveranstaltung „Die dunklen Zeiten des Brauereiwesens an der Saar – 1938-45“. Der Vortragende war Dr. Andreas Neumann, der Mitglied im geschäftsführenden Landesvorstand der Saar-Linken und Mitglied beider LAGs ist. Von der LAG Antrirassimus konnten die beiden Hauptsprecher*innen des Sprecher*innenrates Petra und Norbert Henning begrüßt werden.

Begonnen wurde mit der Begrüßung durch Thomas Lutze, der als Schirmherr der Kooperationsveranstaltung auf das saarländische Brauereiwesen, vergangene Veranstaltungen und die Notwendigkeit auch teils unbewussten Rassismus stärker zu reflektieren und einzustellen, einging.

Besuch zur Wiedereröffnung des Saarländischen Brauereimuseums

Am 24. April 2016 machten sich mehrere Mitglieder der Landesarbeitsgemeinschaft (LAG) Brauereikultur auf den Weg nach Mangelhausen - in das einzig wahre Brauereimuseum des Saarlandes des Saarfürsten Frank Casciani. Mehrere hunderte - oder sind es gar tausende -Exponate erwarteten sie. Neben der Stadtratsfraktionsvorsitzenden DIE LINKE. Neunkirchen, Andrea Küntzer, waren u.a. ihre Landesvorstandskollegen Thomas Lutze (MdB) und Phelan Andreas Neumann (Landesschriftführer) anwesend. „Diese gelungene Neueröffnung zum ‚Tag des deutschen Bieres‘ ist ein schönes Zeichen, dass es mit dem Brauereimuseum ‚Schalander‘ auch in den kommenden Jahren weitergehen wird – vielleicht auch endlich mit mehr Unterstützung von Seiten der politischen Entscheidungsträgern.“ so Neumann. Und weiter: „Hier wird neben dem heimatkundlichen Aspekt auch ein wichtiger Beitrag zur Darstellung typisch-kapitalistischer Akkumulationsprozesse und der Dokumentation einer der dunkelsten Periode saarländischer Geschichte geleistet.“

Veranstaltung in Saarlouis zum Thema Donner-Brauerei und Bahnverkehr

Veranstaltung von Rodena ePapers und LAG Brauereikultur unter Schirmherrschaft von MdB Lutze im Bahnhofhotel mehr als gelungen. - Am 1. März 2013, ab 19:30 Uhr, drehte sich im Bahnhofhotel Saarlouis alles um die Themen: „Saarlouis gestern und heute: Was ist von Donner-Brauerei und der Kleinbahn (Saarlouiser Elektrischen) übrig geblieben?“. Die Kreisstadt Saarlouis hat unbestritten eine sehr abwechslungsreiche Geschichte. Meistens wird diese Geschichte aber auf die Festungszeit reduziert. Aber gerade im 19. und 20. Jahrhundert war Saarlouis geprägt von zahlreichen innovativen Entwicklungen, die leider den Lauf der Zeit nicht überlebt haben. Dazu gehören zweifelsfrei die frühere Donnerbrauerei und die Kleinbahn/Straßenbahn. Neben einen Rückblick auf die Historie - vor allem zur Klärung der Fragen, warum die Stadtentwicklung erst Ende des 19. Jhd. so richtig begann, warum man unbedingt die Elektrische und ab Ende der 1930er Omnibusse benötigte - standen auch aktuelle Fragen wie regionale Wirtschaftskreisläufe und alternative Verkehrsprojekte im Mittelpunkt einer sehr lebhaften Diskussion.

Geboten wurde eine kleine Ausstellung durch die Rodena ePapers in Kooperation mit der LAG Brauereikultur, interessante Erzählungen durch den ehemaligen Arbeiter auf der Donnerbrauerei Manfred Wilhelm, ein Vortrag von Dr. Andreas Neumann, zwei Filme rund um Donnerbraeu sowie die Elektrische, und vor allem stand MdB Thomas Lutze (Verkehrspolitischer Sprecher seiner Fraktion) in der Diskussionsrunde zur aktuellen verkehrstechnischen Lage als kompetenter Ansprechpartner Rede und Antwort. Er gab auch einen kompetenten Moderator in der sich anschließenden Diskussion. Nicht unerwähnt bleiben soll natürlich ein weiterer Ehrengast, der Kreisvorsitzende DIE LINKE. Saarlouis, Wolfgang Schumacher, ließ es sich nicht nehmen auch vorbeizukommen. Dies sicherlich auch mit Hinblick auf den Ausbau des öffentlichen Nahverkehrs, der nach seinen Aussagen „ihm besonders am Herzen liegt, auch wenn hier eine Besserung nur auf Bundesebene bewirkt werden kann, da hier schlicht und ergreifend Geld benötigt wird“.

Fazit: ein gelungener Event mit über 20 Teilnehmern , tolle Beiträge von Rednern und aus dem Plenum, eine klasse Stimmung! So soll es sein und so immer wieder! Danke an alle Beteiligten!

Hintergrund und Selbstverständnis der LAG

“Die Arbeits- und Interessengemeinschaften sind Zusammenschlüsse auf der Basis gemeinsamer Interessen oder politischer Ideen.” So in etwa steht es in den Statuten und Satzungen von Parteien. Auch in unser.

Was heißt es aber eine LAG Brauereikultur zu gründen?

Ganz einfach: Die Funktionsweise der real-existierenden Kapitalismus lässt sehr anschaulich an den letzten 30 - 40 Jahren im Bereich der Brauereien nachvollziehen. Während es in den 60er- und 70iger Jahren noch in jeder kleinen Stadt mindestens eine Brauerei gegeben hat, wurden viele in einem gnadenlosen Prozess aufgefressen.

Letztes Opfer an der Saar war die Saarbrücker Neufang-Brauerei, die zur Abwechslung einmal nicht Karlsberg sondern Bitburger geschluckt hat. Und heute sind auch die Großbrauereien nicht mehr sicher. Die großen Brauerei-Aktiengesellschaften stehen ganz oben auf den Einkaufszetteln der Hedge-Fonds an der Börse.

Verdirbt das nicht den Biergenuss?

Nein? Dann noch ein paar Beispiele: Der beschriebene Konzentrationsprozess hat auch Auswirkungen auf die Kneipenpächter. Die Monopolisten bestimmen die Preise für die Wirte und die wundern sich, wenn immer mehr vor allen junge Leute den Gang in den Supermarkt vorziehen. Die Wirte haben zwar von der EU vor einigen Jahren Erleichterungen bezüglich ihrer Verträge zugesichert bekommen. Real verbessert hat sich nichts, weil es keinen freien Markt mehr gibt.

Und beim Produkt sieht es auch nicht besser aus: War Bier vor Jahren noch ein Naturprodukt so kann man heute nur noch von Einheitsbrei reden. Das Naturprodukt Bier ist fast zwei Jahre haltbar (gemacht), vergleichbar mit Frischmilch zu H-Milch. So etwas geht nur mit Zusatzstoffen, die alle nicht unter das selbstauferlegte Reinheitsgebot fallen würden. Wer kann heute wirklich noch das eine Bier vom anderen unterscheiden? Was verbirgt sich eigentlich hinter diesem deutschen Reinheitsgebot?

Regionale Wirtschaftskreisläufe: Eine Forderung, die auch in linken Programmen immer wieder auftaucht. Bei unserem Thema kann man diesen Begriff mit Leben erfüllen. Bier wird aus landwirtschaftlichen Produkten hergestellt. Aber kommt die Gerste wirklich aus der Region, wie es die Werbung vorgaukelt? Und wie kommen die in Flaschen und Fässer abgefüllten Spezialitäten in Supermärkte und Wirtshäuser, die schnell mal 300-500 km von der Brauerei entfernt sind?

Viele Fragen. Als LAG Brauereikultur werden wir die politische Auseinandersetzung mit diesen Themen suchen. Aber nicht nur in verrauchten Hinterzimmern. Sondern auch auf Exkursionen oder Fachvorträgen mit Experten. Wir wollen eine Mischung anbieten. Ein Mischung aus Politik und Geselligkeit.


Landesarbeitsgemeinschaft Brauereikultur tagte in Friedrichsthal

Samstag, 23.04 im Bürgerhaus Maybach. Treffen der LAG Brauereikultur bei herrlichem Sonnenschein und geselliger Livemusik am "Tag des deutschen Biers". Hier die Bilder...

Grosswald: Zu Gast beim Mittelstand

Freitags Nachmittag, Eiweiler. Eine Besuchergruppe zieht es zur Abwechslung einmal nicht in die große weite Welt, sondern in die Mitte des Saarlands. Genau genommen nach Heusweiler Eiweiler. Dort steht seit 1860 eine Brauerei, die Grosswald-Brauerei.

Noch vor einigen Jahrzehnten waren es 12 Brauereien, die das Saarland zählten. In Riegelsberg, Ottweiler, St. Ingbert oder Saarlouis wurde auch Bier gebraut. Heute beherrscht Ur-Pils den saarländischen Markt, gefolgt von Bitburger aus dem benachbarten Rheinland-Pfalz. Gegen den Übernahmedruck konnten sich nur Bruch aus Saarbrücken und Grosswald aus Eiweiler behaupten.

Grosswald – eine 100-Prozentige Familienbrauerei – setzt auf modernste Technik und Natur. Dass beides zusammen funktioniert, zeigt der Inhaber Alexander Kleber den 32 anwesenden Besuchern der LINKEN-LAG Brauereikultur in einer fast zweistündigen Führung durch die Hallen. Nein, „Bio“ sei nicht notwendig. „Wer nach dem Reinheitsgebot braut, der braut ja quasi Bio“, meint der Brauer.

Dass Karlsberg auf dem Wunschzettel internationaler Konzerne steht, bedauert Kleber. Die Entwicklung in der Brauereibranche hin zu internationalen Konzernen sei wohl nicht zu verhindern. Aber bei Grosswald bleiben diese Tore verschlossen. Als mittelständiger Familienbetrieb entscheidet Grosswald selbst, was sie wirtschaftlich tun – und was nicht.

So pflegt der Betrieb seine Gastronomie, die in Heusweiler und Umgebung die frische Ware abnehmen. Frisch deshalb, weil auf aufwendiges Haltbarmachen des Bieres, wie es bei anderen Großbrauereien notwendig ist, verzichtet wird. Weitere Standbeine sind der Flaschenverkauf, ausschließlich Mehrweg, und die zahlreichen Feste in der Umgebung. Dass der Bierkonsum insgesamt rückläufig ist, ist den Machern des Grosswald-Bieres auch nicht entgangen. Mit Erfolg wird aus dem klaren Trinkwasser unter der Brauerei auch ein Mineralwasser abgefüllt und zusätzlich noch Limonade produziert.

Mit Produkten aus der Region und mit einer sinnvollen Verbindung aus Tradition und moderner Technik ist es auch heute noch möglich, unternehmerisch tätig zu sein. Hans-Kurt Hill, Bundestagsabgeordneter der LINKEN und zuhause in Eiweiler, freute sich über das große Interesse und die spannende Debatte.