Ein interessanter Link zur Geschichte der ehemaligen Saarlouiser Donner Brauerei findet HIER

Nach 70 Jahren geb es in Walsheim wieder ein eigenes Bier. Einen Bericht über die Veranstaltung, die u.a. von der Peter-Imandt-Gesellschaft organisiert wurde, war in der Saarbrücker Zeitung nachzulesen. (PDF-Datei)
Wir suchen aktuelle Reklame-Bilder von saarländischen Brauerein, die mittlerweile vom Markt verschunden sind. Wer also etwas entdeckt, wo Becker, Gross, Donner oder Schäfer (...) draufsteht, der sende sein Foto ein (per E-Mail)
Die oben abgebildete Neufang-Reklame ist mittlerweise Geschichte. Der Neubau eines Supermarktes gegenüber der Landesgeschäftstselle hat die Werbung verbaut.
Mit rund 120 eingeschriebenen Mitgliedern ist unsere Arbeitsgemeinschaft die Mitgliedersärkste im Land. Selbstverständnis ist es, wirtschaftspolitische Entwicklungen im Lande zu begleiten, historisches aufzuarbeiten und nebenbei auch Geselligkeit und Kultur nicht nicht zu vergessen. Aber auch bundesweit macht unsere Arbeit schon Schule. Im Landesverband Berlin hat sich im August 2009 eine zweite LAG Brauereikultur gegründet, am 21. November 2009 fand die Gründung der LAG Bremen statt.

Der 23. April ist ein Jahrestag, der bundesweit noch keine größere Beachtung hat. Im Kalender steht aber: "Tag des deutschen Bieres". Grund genug die Jahreshauptversammlung genau auf diesen Tag zu legen.
Dies Jahreshauptversammlung fand statt in Friedrichstal-Maybach, Bürgerhaus. Neben der Wahl des Delegierten zum Landesparteitag fand eine offenen Debatte zu den Vorstellungen der LAG statt. Im Anschluss zur Jahreshauptversammlung konnten rund 150 Besucherinnen und Besucher beim einem Fest der angrenzenden Ortsverbände begrüßt werden.
Zum Protokoll der Jahreshauptversammlung.

“Die Arbeits- und Interessengemeinschaften sind Zusammenschlüsse auf der Basis gemeinsamer Interessen oder politischer Ideen.” So in etwa steht es in den Statuten und Satzungen von Parteien. Auch in unser.
Was heißt es aber eine LAG Brauereikultur zu gründen?
Ganz einfach: Die Funktionsweise der real-existierenden Kapitalismus lässt sehr anschaulich an den letzten 30 - 40 Jahren im Bereich der Brauereien nachvollziehen. Während es in den 60er- und 70iger Jahren noch in jeder kleinen Stadt mindestens eine Brauerei gegeben hat, wurden viele in einem gnadenlosen Prozess aufgefressen.
Letztes Opfer an der Saar war die Saarbrücker Neufang-Brauerei, die zur Abwechslung einmal nicht Karlsberg sondern Bitburger geschluckt hat. Und heute sind auch die Großbrauereien nicht mehr sicher. Die großen Brauerei-Aktiengesellschaften stehen ganz oben auf den Einkaufszetteln der Hedge-Fonds an der Börse.
Verdirbt das nicht den Biergenuss?
Nein? Dann noch ein paar Beispiele: Der beschriebene Konzentrationsprozess hat auch Auswirkungen auf die Kneipenpächter. Die Monopolisten bestimmen die Preise für die Wirte und die wundern sich, wenn immer mehr vor allen junge Leute den Gang in den Supermarkt vorziehen. Die Wirte haben zwar von der EU vor einigen Jahren Erleichterungen bezüglich ihrer Verträge zugesichert bekommen. Real verbessert hat sich nichts, weil es keinen freien Markt mehr gibt.
Und beim Produkt sieht es auch nicht besser aus: War Bier vor Jahren noch ein Naturprodukt so kann man heute nur noch von Einheitsbrei reden. Das Naturprodukt Bier ist fast zwei Jahre haltbar (gemacht), vergleichbar mit Frischmilch zu H-Milch. So etwas geht nur mit Zusatzstoffen, die alle nicht unter das selbstauferlegte Reinheitsgebot fallen würden. Wer kann heute wirklich noch das eine Bier vom anderen unterscheiden? Was verbirgt sich eigentlich hinter diesem deutschen Reinheitsgebot?
Regionale Wirtschaftskreisläufe: Eine Forderung, die auch in linken Programmen immer wieder auftaucht. Bei unserem Thema kann man diesen Begriff mit Leben erfüllen. Bier wird aus landwirtschaftlichen Produkten hergestellt. Aber kommt die Gerste wirklich aus der Region, wie es die Werbung vorgaukelt? Und wie kommen die in Flaschen und Fässer abgefüllten Spezialitäten in Supermärkte und Wirtshäuser, die schnell mal 300-500 km von der Brauerei entfernt sind?
Viele Fragen. Als LAG Brauereikultur werden wir die politische Auseinandersetzung mit diesen Themen suchen. Aber nicht nur in verrauchten Hinterzimmern. Sondern auch auf Exkursionen oder Fachvorträgen mit Experten. Wir wollen eine Mischung anbieten. Ein Mischung aus Politik und Geselligkeit.

Freitags Nachmittag, Eiweiler. Eine Besuchergruppe zieht es zur Abwechslung einmal nicht in die große weite Welt, sondern in die Mitte des Saarlands. Genau genommen nach Heusweiler Eiweiler. Dort steht seit 1860 eine Brauerei, die Grosswald-Brauerei.
Noch vor einigen Jahrzehnten waren es 12 Brauereien, die das Saarland zählten. In Riegelsberg, Ottweiler, St. Ingbert oder Saarlouis wurde auch Bier gebraut. Heute beherrscht Ur-Pils den saarländischen Markt, gefolgt von Bitburger aus dem benachbarten Rheinland-Pfalz. Gegen den Übernahmedruck konnten sich nur Bruch aus Saarbrücken und Grosswald aus Eiweiler behaupten.
Grosswald – eine 100-Prozentige Familienbrauerei – setzt auf modernste Technik und Natur. Dass beides zusammen funktioniert, zeigt der Inhaber Alexander Kleber den 32 anwesenden Besuchern der LINKEN-LAG Brauereikultur in einer fast zweistündigen Führung durch die Hallen. Nein, „Bio“ sei nicht notwendig. „Wer nach dem Reinheitsgebot braut, der braut ja quasi Bio“, meint der Brauer.
Dass Karlsberg auf dem Wunschzettel internationaler Konzerne steht, bedauert Kleber. Die Entwicklung in der Brauereibranche hin zu internationalen Konzernen sei wohl nicht zu verhindern. Aber bei Grosswald bleiben diese Tore verschlossen. Als mittelständiger Familienbetrieb entscheidet Grosswald selbst, was sie wirtschaftlich tun – und was nicht.
So pflegt der Betrieb seine Gastronomie, die in Heusweiler und Umgebung die frische Ware abnehmen. Frisch deshalb, weil auf aufwendiges Haltbarmachen des Bieres, wie es bei anderen Großbrauereien notwendig ist, verzichtet wird. Weitere Standbeine sind der Flaschenverkauf, ausschließlich Mehrweg, und die zahlreichen Feste in der Umgebung. Dass der Bierkonsum insgesamt rückläufig ist, ist den Machern des Grosswald-Bieres auch nicht entgangen. Mit Erfolg wird aus dem klaren Trinkwasser unter der Brauerei auch ein Mineralwasser abgefüllt und zusätzlich noch Limonade produziert.
Mit Produkten aus der Region und mit einer sinnvollen Verbindung aus Tradition und moderner Technik ist es auch heute noch möglich, unternehmerisch tätig zu sein. Hans-Kurt Hill, Bundestagsabgeordneter der LINKEN und zuhause in Eiweiler, freute sich über das große Interesse und die spannende Debatte.
Gerhardt Heckmann, Thomas Lutze, Jürgen Trenz, Norbert Wagner