Zurück zur Startseite

Aktueller Termin:

Liebe Kulturinteressierte, liebe Mitglieder,

die LAG Kultur trifft sich am 2.3.2011 um 18:30 Uhr in Nedims Bistro, Neumarkt 6 Alt-Saarbrücken. Hierzu laden wir Euch herzlich ein. Wir würden uns sehr freuen, wenn Ihr kommen könntet.

Tagesordnung:

Top 1: Begrüßung und Vorstellungsrunde
Top 2: Vorschläge für Positionspapier
Top 3: Unterstützung kultureller Veranstaltungen
Top 4: Theaterprojekt
Top 5: Verschiedenes

Liebe Grüße
Lothar Schnitzler und Heinz Ewig

Protokoll der Sitzung vom 31.01.2011

 

Anwesende: Lothar Schnitzler, Heinz Ewig, Peter Meiser, Doris Ducke-Sellen, Jens Jacobi, Mani Eyvazy-Helagh

Top 1: Begrüßung und Vorstellung

Top 2: Das Protokoll der Sitzung vom 31.1.11 wird durch die Anwesenden genehmigt. Die Arbeit des Vorjahres wird reflektiert, Weiterführung bewährter Strategien, neue Ideen sollen öffentliches Interesse wecken und neugierig machen.

Top 3: Lothar Schnitzler verteilt 3 Versionen im Internet veröffentlichter Statements der Linken zur Kultur im Saarland. Die Mitglieder der LAG sollen eine Essenz der Aussagen und Forderungen herausdestillieren. Das Ergebnis soll in der Presse und im Internet bekanntgegeben werden.

Top 4: Die bisherigen Veranstaltungen sollen weiter unterstützt werden, neue dazukommen, wie das Theaterprojekt von Mani.

Top 5: Er soll ein Konzept erarbeiten, das von der Linken bei der Durchführung unterstützt wird. Ein open air event ( Rondell im Bürgerpark) wird als problematisch erachtet, Alternativen mit Überdachung wären sicherer, Informationen über mögliche Spielstätten werden eingeholt ( JUZ, Camera 2, 81/2 ).

Top 6: Forderungen: Kostenlose Kulturangebote sollen landesweit zugänglich gemacht werden (Sozialpass überregional), keine Gebühren für Bibliotheken für sozial Schwache. Die Forderungen sollen beim Landesparteitag als Antrag gestellt werden. Bei der Weiterführung der Stadtgalerie mit einem neuen Betreiber sollen Vorschläge zur Nutzung an die Kuratoren herangebracht werden (Breitenkultur).

Saarbrücken, 25.2.11

Heinz Ewig

Landesarbeitsgemeinschaft Kultur

 

Offensive für kulturelle Bildung

Mehr denn je brauchen wir eine stärkere kulturelle Bildung für ein friedliches Miteinander und den gegenseitigen Respekt in einer demokratisch verfassten, pluralen und multiethnischen Gesellschaft. Das beinhaltet genauso die Unterstützung verschiedener Kulturszenen wie es jedem Menschen zu ermöglichen, am kulturellen Leben teilzunehmen.

 

Positionspapier der Arbeitsgemeinschaft

Ohne ein interessiertes und gebildetes Publikum haben auch Kunst und Kultur und deren Institutionen keine Zukunft. Auf kulturelle Bildung sollten jede Bürgerin und jeder Bürger lebenslang Anspruch haben.

Dabei spielt das Vereinsleben im Saarland eine wichtige Rolle. Es ist Tausenden von Ehrenamtlichen zu verdanken, dass ein vielfältiges Kulturleben in unserer Region stattfinden und aufrecht erhalten werden kann; das reicht von den vielen Laienspielgruppen oder Foto- und Film-AG’s über unsere Chöre oder Blasorchester bis hin zu Festivals und kulturellen Beiträgen unserer MitbürgerInnen mit Migrationshintergrund. Auch viele professionelle Kulturschaffende, Künstler und Künstlerlnnen sind in dieses Vereinsleben integriert und entfalten eine bemerkenswerte Kreativität. Sie alle benötigen unsere Unterstützung – auch und nicht zuletzt in finanzieller Hinsicht.  

Das reichhaltige ehrenamtliche Engagement im Saarland entlässt den Staat nicht aus seiner Verantwortung den Kulturschaffenden gegenüber, die mit ihrer Arbeit ihren Lebensunterhalt verdienen müssen. Es darf nicht noch weiter die Unsitte um sich greifen, die Freischaffenden aufgrund von „Hungerlöhnen“ immer mehr ins Prekariat zu treiben. Während Großkonzerne Milliarden Gewinne einstreichen, darben Bildungseinrichtungen und Kulturschaffende. Dieses Missverhältnis gilt es ins Bewusstsein zu heben und dagegen anzusteuern.

Wir begreifen die sozialen Nöte und kulturellen Defizite in unserer Gesellschaft als zwei Seiten einer Medaille neoliberaler Politik. Die sozialen Nöte vieler Menschen stellen sich uns LINKEN auch als eine kulturelle Herausforderung dar. Auch arme Menschen wollen und sollen am kulturellen Leben teilnehmen. Wir wollen ihnen ihre Würde zurückgeben, die ihnen in Zeiten von Hartz IV genommen wird. Teilhabe an einem reichen und vielfältigen kulturellen Leben bedeutet gesellschaftliche Integration und Würdigung der Verschiedenheit von Menschen.

Bildung, Kultur und die sozialen Fragen einer Gesellschaft dürfen nicht Wirtschaftsinteressen überlassen werden. Wir müssen die Jugend, die Elterngeneration und unsere älteren Mitbürgerinnen und Mitbürger – einschließlich unserer Mitmenschen mit Migrationshintergrund - in ihren kulturellen Aktivitäten unterstützen. So leisten wir die beste Sozialarbeit.

Kulturelle Bildung soll insbesondere Kinder und Jugendliche befähigen, sich mit kulturellen Prozessen und ihren Präsentationen in Kunst und Alltag auseinanderzusetzen und eigene Wünsche und Vorstellungen zu artikulieren. Kulturelle Bildung vermittelt die Wahrnehmung von gesellschaftlichen Zusammenhängen und ermöglicht somit auch eine aktive gesellschaftliche Teilhabe. Angebote der kulturellen Bildung sind ganzheitlich angelegt, sie tragen den gesamten Menschen mit seinen ästhetischen, kognitiven, sinnlichen, sozialen und emotionalen Kräften.

Kinder und Jugendliche sind die Akteure und das Publikum von Morgen, sie sollen die Chance haben, die Vielfalt der Kulturen zu erfahren und ihre eigene gestalterische Kreativität unabhängig von der sozialen Lage der Eltern zu entwickeln.

Kinder und Jugendliche brauchen Fähigkeiten und Handlungskompetenzen, die nicht allein mit Wissen, sondern auch mit Intuition und Lebenskunst zusammenhängen, die Selbstvergewisserung und kritische Weltaneignung ermöglichen. Gestalterische Praxis und die Auseinandersetzung mit Künsten und Kulturen zielen auf diese Schlüsselkompetenzen, sie entwickeln Kommunikations- und Konfliktfähigkeit, vermitteln sozialen und gestalterischen Sinn und fördern so die Motivation zu lebensbegleitendem Lernen.

Wir treten dafür ein, im Saarland ein ressortübergreifendes Konzept kultureller Bildung auszuarbeiten und umzusetzen. Darin sollte unter anderem enthalten sein:

  • Frühkindliche kulturelle Bildung hat entscheidende Bedeutung für spätere kulturelle Orientierungsfähigkeit. Bereits für kleine Kinder stellt die Erübung und Erfahrung ihrer Sinne in der eigenen aktiven Tätigkeit eine Grundlage dar, auf der das spätere Erlernen verschiedener Kompetenzen und die kognitive Entwicklung aufbauen können. Bei der frühkindlichen Erziehung spielen zudem liebevolle kompetente Bezugspersonen eine entscheidende Rolle. Die moderne Lernforschung stellt fest: je früher Kinder aus sozial oder sprachlich benachteiligten Familien mit musischer Bildung oder auch spielerischer Spracherziehung in Berührung kommen, desto größer ist die Erfolgschance in Schule und Beruf. Deshalb müssen für alle und schon für diese Altersgruppe entsprechende Bildungskonzepte umgesetzt werden.
  • Musische Bildung an den Schulen darf nicht eingeschränkt werden, sondern sollte über Musik und bildende Kunst hinaus auf alle Kunstbereiche (auch wieder auf Theater und Tanz sowie weitere Künste wie Film, Fotografie und Medienkunst) ausgedehnt werden. Kulturelle Bildung in der Schule ist zugleich integral, fächerübergreifend zu konzipieren. Querverweise schaffen Sinnzusammenhänge, Projektunterricht und die darin mögliche Begegnung mit dem kulturell Neuen und Anderen stärken Problemlösungskompetenz, soziales Lernen und Orientierungsvermögen.
  • Wir wollen, dass Künstlerinnen und Künstler aller Kunstsparten als externe Expertinnen und Experten in den Schulen ergänzend zum herkömmlichen Kunstunterricht Angebote zur kulturellen Bildung machen. Kultureinrichtungen und Schulen, Kindertagesstätten und Schulen sollen sich mehr und mehr für freiberufliche KünstlerInnen öffnen. Dabei sind Qualitätsstandards in allen Kunstsparten einzuhalten, die beinhalten, dass die Einrichtungen auf fachlich und pädagogisch ausgebildete Kräfte zurückgreifen müssen. 
    Insbesondere für Kinder aus sozialen Brennpunkten und mit nicht-deutschsprachigem Hintergrund, die kaum Ausweichmöglichkeiten im außerschulischen Bereich haben, bieten kreativ-künstlerische Tätigkeiten wichtige Einstiege in das Bildungssystem.
  • Zentraler Punkt ist die Schaffung neuer Schulstrukturen. Die Ganztagsschule bietet hierfür die besten Vorraussetzungen. Die erste Reaktion auf das schlechte Abschneiden der deutschen SchülerInnen in der Pisa-Studie, die Verstärkung der naturwissenschaftlichen Fächer zu Lasten der musischen Fächer, zielt in die falsche Richtung. Die Schulen müssen ihr System von dem memorisierenden Wissenserwerb hin zur Bildung von zentralen Kompetenzen umstellen, hin zum Fähigkeitserwerb, selbstständig zu handeln, die kognitiven und technischen Instrumentarien der Gegenwart bewusst einzusetzen, und in verschiedenartigen Gruppen erfolgreich zu interagieren. Dies zu realisieren, würde den Wandel des Lernens, eine neue Art der Schule erfordern und ermöglichen. Flexible Stundenpläne, mehr Integration fächerübergreifender Projekte in die Curricula und Förderung von selbstständigem Lernen sind zentrale Momente in diesem Prozess. Dabei leistet künstlerisches Handeln einen entscheidenden Beitrag.

UnterzeichnerInnen (AG Kultur):


Heinz Ewig, Dieter Geis, Jens Jacobi, Gabi Klette, Dirk Kremp, Olaf Lenk, Joachim Schild-Schröder, Henry Schmidt, Lothar Schnitzler, Frank Schöpfer, Frank Theobald, Dagmar Trenz, Dr. Ulrike Voltmer, Roland Weiß, Michael Wolf

Kontakt

Lothar Schnitzler, MdL
E-Mail: LSchnitzler@gmx.de
Telefon: 0681/5002439 und 0178/6896043

Heinz Ewig
E-Mail: heinzewig@freenet.de
Telefon: 0681/5891942

Susanne Wetzel
E-Mail: susannewetzel@googlemail.com
Telefon: 0681/4012553