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14. April 2014

Bildungspolitischer Kahlschlag: Das Bildungskonzept muss sich ein Studierender erst einmal leisten können!

Die Universität des Saarlandes soll in mehrfacher Millionenhöhe sparen. Wegrationalisierung ganzer Fakultäten und das Wegbrechen von Studiengängen sind in der ernsthaften Diskussion. In mehr als einem Bereich wird jetzt schon mehr mit Äquivalenzbescheinigungen, als mit entsprechend unterschiedlich ausgerichteten Kursangeboten für Lehramts- sowie Bachelor-/Master-KandidatInnen gearbeitet. Die direkte Folgen der Umsetzung dieser Pläne werden die Minderung des Renommees und der Attraktivität der Saar-Universität, nach Verlust ihres Status als Volluniversität, sein. Und letzten Endes droht dem kompletten Bildungsstandort Saarland ein Ansehensverlust. Dies nimmt man zurzeit offensichtlich billigend in Kauf. 

Wobei der Renommee-Verlust aber noch das kleinere Übel ist. Betrachtet man die mögliche Schließung der Jura-Fakultät als konkretes Beispiel, geht es wirklich an die Substanz. Nicht nur entzieht man dem Europainstitut eine seiner Grundlagen direkt am Standort, sondern man schafft auch die länderspezifisch ausgerichtete grundständige Juraausbildung ab. Wer soll diese Ausbildung, die für zahllose länderspezifische Verwaltungsbereiche notwendig ist, übernehmen? Eine Universität in Rheinland-Pfalz vielleicht? Soll hier der Fusionierung der beiden Bundesländer aktiv Vorschub geleistet werden? 

Drastisch und sozial ungerecht wird es aber für saarländische Studierende aus einkommensschwächeren Familien. Sollten den aktuellen Sparplänen konkrete Umsetzung folgen, kommt es zur Schaffung von Kostenbarrieren und einer grundlegenden Bildungserschwernis (Anfahrtswege/-zeiten, Wohnung vor Ort, Lebensunterhaltskosten uem.). Das Wunschfach kann sich dann nur noch der begüterte Studierende in einem anderen Bundesland so ohne weiteres leisten. Gleiches Recht auf Bildung scheint nicht mehr opportun zu sein.

Politik und Universität müssen hier endlich Hand in Hand arbeiten und diese bildungstechnische Katastrophe abwenden. Denn wer an der Bildung spart, spart am falschen Ende!

Andreas Neumann, Mitglied des Landesvorstandes