In scharfer Form hat der Vorsitzende der saarländischen Linken, Rolf Linsler, die Angriffe des SPD-Vorsitzenden Müntefering auf die Linkspartei zurückgewiesen. Seine gönnerhafte Aussage gegenüber der Linken: „Die Kinder und Enkelkinder der SED müssen in der Demokratie ankommen“, zeige, dass Müntefering Wahrnehmungsprobleme habe und unter Gedächtnisverlust leide.
Von den über 3.200 Mitgliedern der Partei an der Saar sei niemand in der SED gewesen, vielmehr kämen mehr als die Hälfte aus der SPD. Müntefering rede die SPD-Vergangenheit schön. Er habe die Feststellung des Kurt-Schumacher-Kreises vergessen, nach der zahlreiche Funktionäre der SPD eine erhebliche Mitschuld und Mitverantwortung an der Gründung der SED im Jahr 1946 trugen. Die SPD müsse sich ihrer Geschichte stellen.
Zum Vorwurf, die Linken seien Sozialromantiker sagt Linsler: „Besser Sozialromantiker als verantwortlich für Rentenkürzung, Hartz IV und Zulassung von Hedge-Fonds.“ Im Übrigen sei es geradezu peinlich, wie Müntefering, der wegen einer Personalangelegenheit den SPD-Vorsitz hingeschmissen habe, den politischen Rücktritt Lafontaines schlecht reden wolle.
Die Aussage von Müntefering und Maas, keinen Politiker der Linken zum Ministerpräsidenten zu machen, schaffe Klarheit für die saarländischen Wählerinnen und Wähler. Die SPD Saar sei fest entschlossen, nach der Wahl mit Müllers CDU eine Regierung zu bilden. Linsler: „Dass es entsprechende Absprachen gibt, pfeifen die Spatzen von den Dächern.“