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16. Dezember 2011 Landesverband

Rolf Linsler: "Sogenannter Boom auf dem Arbeitsmarkt ist Boom der Billigjobs und Hungerlöhne“

"Jetzt sehen wir wieder einmal schwarz auf weiß, was der so genannte Boom auf dem Arbeitsmarkt in Wirklichkeit ist: Ein Boom der Mini- und Billigjobs.“ Mit diesen Worten reagiert der Landesvorsitzende der Saar-Linken, Rolf Linsler, auf die Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung. Demnach ist die Zahl der Erwerbstätigen seit 1992 zwar um 2,4 Millionen gestiegen, gleichzeitig sank die Zahl der Vollzeitstellen jedoch um 1,9 Millionen. Seit 2002 gab es bei befristeten Stellen ein Plus von 42 Prozent, bei Mini-Jobs um mehr als ein Drittel.

"Das Saarland gehört leider seit Jahren zur bundesweiten Spitze bei Niedriglöhnern und Minijobs. Gleichzeitig gelingt es der Regierung nicht, neue, zukunftssichere Jobs ins Land zu holen. Im Gegenteil: Bei Praktiker sind 700 Stellen in Gefahr, bei HDI 200 und auch die Telekom hat an der Saar in den letzten drei Jahren 320 Stellen abgebaut. Es nützt niemandem etwas, wenn die Statistik hübsch ausschaut, weil die Zahl der arbeitslos Gemeldeten sinkt, und gleichzeitig immer mehr Menschen nicht mehr von ihrer Arbeit leben können. Wer hart arbeitet, muss davon auch leben können. Stattdessen gibt es immer mehr Niedriglöhner und Menschen, die so wenig verdienen, dass sie zusätzlich Hartz IV erhalten.“ In dieser Situation dürfe Wirtschaftsminister Hartmann die Lage nicht einfach schönreden sondern müsse endlich handeln.

Linsler erinnerte daran, dass ein Mindestlohn von 10 Euro die Stunde die öffentlichen Kassen jährlich um 13 Milliarden Euro entlasten würde – durch höhere Steuer- und Sozialversicherungseinnahmen und durch sinkende Sozialusgaben.