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22. Dezember 2011 Aus dem Bundestag

Keine fröhlichen Weihnachten für fast ein Viertel aller Jugendlichen

Aus Anlass der Veröffentlichung des Armutsberichts des Deutschen Paritätischen Wohlfahrtsverbands wies die Bundestagsabgeordnete der LINKE, Yvonne Ploetz, auf die besonders problematische Situation Jugendlicher hin: „Die Gefahr von Armut betroffen zu sein, liegt bei Jugendlichen deutlich höher als bei allen anderen Altersgruppen. Die Bundesregierung muss dem endlich entgegenwirken!“

Laut dem Armutsbericht wirkt sich eine Veränderung des Bruttoinlandsprodukts kaum auf die Armutsgefährdungsquote aus. So sind laut Mikrozensus bundesweit weiterhin 22,7% der 18 bis unter 25-jährigen von Armut bedroht, wobei dieser Anteil seit 2005 nahezu unverändert geblieben ist (2006: 22,3%; 2009: 22,9%; 2010: 22,7%). In der gleichen Zeit wuchs das BIP 2006 um 3,4% im Vergleich zum Vorjahr, brach 2009 um 4,7% ein, um 2010 wieder um 3,6% zu wachsen (vgl. angehängte Grafik).

„Das muss die Bundesregierung zu ihrer Halbzeitbilanz zur Kenntnis nehmen“, so Ploetz weiter. Doch hingegen reduziere sie die Mittel für das Programm „Jugend stärken“, aus dem viele Verbände und Kommunen einen beträchtlichen Teil ihrer Unterstützungsprogramme für Jugendliche finanzierten. „Alleine auf die wirtschaftliche Entwicklung zu setzen in der Hoffnung, dass damit die Armutsgefährdung Jugendlicher reduziert wird, ist ein Irrweg. Die Verbände und Kommunen müssen weiterhin stark unterstützt werden.“ Ploetz erneuerte ihre Forderung die Mittel für das Programm „Jugend stärken“ mindestens in gleicher Höhe wie bisher zu erhalten wie sie es mit der Linksfraktion auch schon als Antrag (17/6393) in den Familienausschuss des Bundestages eingebracht hatte. Der Ausschuss hatte am 14.12.2011 mit den Stimmen von Union und FDP diesen Antrag abgelehnt und die Kürzung der Mittel um ca. 30% durchgesetzt.