Der Landesvorsitzende der Saar-Linken, Rolf Linsler, wirft Land und Bund Schönfärberei bei der Arbeitslosenstatistik vor. "Wenn man die über 58-jährigen Arbeitslosen herausrechnet, krankgeschriebene Arbeitslose und Ein-Euro-Jobber weglässt, andere über Jahre hinweg in den verschiedenen Maßnahmen versteckt, dann sieht die offizielle Statistik natürlich ganz gut aus. An der Situation der Betroffenen ändert das aber nichts. Zigtausende wollen Arbeiten, finden aber keinen Job.“ Linsler erinnert daran, dass auch im Dezember wieder über 50.000 Saarländerinnen und Saarländer „unterbeschäftigt“ waren – 18.000 mehr, als in der offiziellen Arbeitslosenstatistik geführt werden. In der Kategorie „Unterbeschäftigung“ werden neben den offiziell gemeldeten Arbeitslosen auch Menschen erfasst, die an Fördermaßnahmen teilnehmen oder aus anderen Gründen nicht mehr als arbeitslos erfasst werden, tatsächlich aber ohne Arbeit sind und eine Stelle suchen.
"Auch bei denjenigen, die Arbeit haben, sieht es deshalb noch lange nicht gut aus", so Linsler weiter. Er verwies darauf, dass die Leiharbeitsbranche an der Saar auch im vergangen Jahr wieder gewachsen ist und inzwischen über 11.000 Saarländerinnen und Saarländer als Leiharbeiter beschäftigt sind. "Dazu kommt noch ein Heer von Menschen, die zwar Arbeit haben, davon aber nicht leben können, die also trotz harter Arbeit arm sind und deshalb zusätzlich auf Hartz IV angewiesen sind. Wenn man das alles einrechnet, besteht absolut kein Grund zum Jubeln. Die Landesregierung muss deshalb endlich damit aufhören, sich an den geschönten Arbeitslosenzahlen zu erfreuen und ein Konzept vorlegen, wie zukunftssichere Jobs im Saarland geschaffen werden können. Aber leider kann Jamaika ja noch nicht einmal bestehende Unternehmen im Land halten."