DIE LINKE.  Saar 


9. November 2014

Strategische Ziele der Wirtschaft "Zukunft für das Saarland"

Für ein breit gefächertes Arbeitsplatzangebot muss das Saarland die Rahmenbedingungen für Unternehmensgründungen, -ansiedlungen und -entwicklungen verbessern, insbesondere in den Kompetenzfeldern:

• Informations- und Kommunikationstechnologien
• Material- und Werkstofftechnologien
• Personenorientierte Dienstleistungen
• Umwelt- und Energietechnologien
• Logistik
• Städtetourismus

Ausgerichtet auf ein kommunales Handlungsprogramm "Zukunft für das Saarland" müssen die Kompetenzfelder weiter ausgebaut werden und damit optimale Rahmenbedingungen für privatwirtschaftliche Investitionen zum Erhalt und zur Entstehung von Arbeitsplätzen geschaffen werden. Dafür erforderlich ist die systematische Verbesserung weicher und harter Standort- und Entwicklungsfaktoren für die identifizierten Kompetenzfelder der Saarländischen Wirtschaft.

Harte Standortfaktoren (z. B. Steuern, Abgaben, Subventionen, Absatzmarkt, Infrastruktur, Arbeitskräftepotential, Ressourcenverfügbarkeit etc.) sind quantifizierbar und können direkt in die Markt- und Standortanalyse für ein Unternehmen mit einbezogen werden. Sie können zur Ermittlung der wirtschaftlichen Tragfähigkeit von Standorten genutzt werden, da sie engere betriebswirtschaftliche Kosten- und Umsatzrelationen beinhalten. Die harten Standortfaktoren sind in manchen Fällen auch eine unabdingbare Voraussetzung zur Errichtung eines Unternehmens (zum Beispiel die Nähe eines ausreichend großen Gewässers als Kühlmittellieferant für ein Kraftwerk).

Weiche Standortfaktoren (z. B. Kulturangebot, Freizeitmöglichkeiten und Bildungsangebot, die für die Anwerbung hoch qualifizierter Mitarbeiter entscheidend sein können) können nicht in die Kostenrechnung eines Unternehmens integriert werden, treten aber immer mehr bei der Standortwahl in Erscheinung.

Im zunehmenden europäischen Wettbewerb der Regionen sehen sich Kommunen eines Lebens- oder Wirtschaftsraumes vor die Herausforderung gestellt, die eigenen attraktiven Standortfaktoren durch regionsweit abgestimmte Maßnahmen der Wirtschaftsförderung zu bewerben. Da die harten Standortfaktoren in der Regel nicht oder nur in begrenztem Maße ihrer Beeinflussung unterliegen, kann sich die Wirtschaftsförderung in zunehmendem Maße nur auf die weichen Standortfaktoren konzentrieren.

Gleiches gilt für die Stärkung der kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und des Handwerks sowie die Entwicklung des Bürostandorts. Geeignete Flächen für Dienstleistungen und produzierendes Gewerbe sollen dabei vorrangig durch Flächenrecycling mobilisiert werden. Der im Saarland unterrepräsentierte Anteil des Dienstleistungssektors soll durch Ausweitung von hochwertigen Bürostandorten deutlich angehoben werden.

Die Kreativ- und Kulturwirtschaft muss als Potenzial gefördert werden, um das Image des Standorts positiv mit zu prägen. Insbesondere die Entwicklung einzelner Standorte und Quartiere mit vielfältigen kulturellen und kreativen Nutzungen sollen hierzu beitragen und ein attraktives Umfeld für Unternehmen und qualifizierte Arbeitskräfte schaffen.

Handlungsansätze

• Kompetenzfeld-orientierte Wirtschaftsförderung
• Erarbeitung eines Gesamtkonzepts zur strategischen Positionierung des Saarländischen Büroimmobilien-Standortes
• Weiterentwicklung der identifizierbaren Kreativpotenziale
• Tourismuskonzeption (Tagestourismus, Tagungstourismus, Messetourismus)

 

Ideensammlung

Ziele

• Verbesserung der wirtschaftlichen Vielfalt und Entwicklung
• Schaffung von neuen Arbeitsplätzen
• Sicherung und Ausbau des Industrie- und Gewerbestandortes
- Veränderung der Wirtschaftsstruktur: Förderung international vernetzter, zukunftsträchtiger Branchen
• Weiterentwicklung des Universitätsstandorts Saarland als Zukunftstechnologieführer in den Bereichen Energieversorgung, Informationstechnologie und Umweltschutz
• Anzusiedelndes Gewerbe als Mix gestalten (Monostrukturen vermeiden)
• Neue sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze schaffen und Arbeitsplätze sichern
• Nutzung der Mehrsprachlichkeit im Dienstleistungsgewerbe
• Schaffung neuer Arbeitsplätze im Umweltbereich
• Sicherung des Stahlstandorts
• Stärkung des Uni-Standortes

Maßnahmen

• Entwicklung der lokalen Ökonomie durch Stadtplanung steuern
• Intensivierung der Stadtteilökonomie
• Förderung der Neuansiedlung von klein- und mittelständigen Herstellungs- und Fertigungsbetrieben, Service- und Handwerksbetrieben, Logistikunternehmen und Dienstleistungen, Ansiedlung von nicht emittierendem Gewerbe
• Aufbau eines Netzwerkes für die Entwicklung Kreativer Räume im Saarland
• Ausbau des Bildungsstandorts im Bereich der Zukunftstechnologien, wie Brennstoffzellen, Nanotechnik und neuen Hochleistungswerkstoffen
• Bündelung der Aktivitäten
• Einbindung der Kreativen Klasse
• Förderung der Ansiedlung weiterer Forschungsinstitute der Zukunftstechnologien in den Bereichen Energieversorgung, Informationstechnologie und Umweltschutz; Vernetzung der Forschungsinstitute
• Unterstützung privater F+E-Investitionen
• Förderung von innovativen Zukunftstechnologien durch Bereitstellung von Räumen in ungenutzten Gebäuden und brachliegenden Flächen
• Schaffung von Quartieren für Kreative
• Unterstützung von Existenzgründungen im Bereich Zukunftstechnologien
• Bereitstellung von Flächen für Gewerbeansiedlung
• Engere Zusammenarbeit von Universität, Wirtschaft und Stadtwerken
• Zukunftsfähigkeit der Stahlindustrie positiv beeinflussen und stärken
• Alle heutigen Gebiete, die eine Ansiedlung von Gewerbe ermöglichen, sind zu erhalten
• Durch die Ansiedlung von Gewerbebetrieben sind Arbeitsplätze zu schaffen, die die Arbeitslosenquote drastisch reduzieren, dabei ist darauf zu achten, dass der Flächenverbrauch in einem sinnvollen Verhältnis zu den geschaffenen Arbeitsplätzen steht
• Es muss versucht werden, Unternehmen (in Zusammenarbeit mit der Uni) anzusiedeln, die auf dem Gebiet der Nanotechnologie arbeiten
• Förderung und Ansiedlung neuer, vorzugsweise nicht emittierender Gewerbebetriebe
• Förderung von Arbeitsplätzen im Energiesektor (Brennstoffzelle, H2-Speichertechnik, Nanotechnologie);
• Ansiedlung von hochspezialisiertem Gewerbe
• Förderung von Existenzgründungen, Bildung und Qualifikation verbessern
• Mögliche Kompetenzfelder für emissionsarmes und wohnverträgliches Gewerbe
• Werkstoffentwicklung
• Produkte zur zukunftsfähigen Energieerzeugung, Dienstleistungen, Außengastronomie
• Standort für die Brennstoffzellentechnologie
• Unterstützung der Neuansiedlung von Gewerbe, insbesondere Dienstleistungen

Josef Klein, Ortsverband Blieskastel

 

Quelle: http://www.dielinke-saar.de/nc/politik/presse/detail/artikel/strategische-ziele-der-wirtschaft-zukunft-fuer-das-saarland/