DIE LINKE.  Saar 


27. August 2010 Landesverband

Freiwilliges soziales Engagement statt neuem Zwangsdienst

Der Landesvorsitzende der Saar-Linken, Rolf Linsler, weist Forderungen nach einem sozialen Pflichtjahr für alle jungen Erwachsenen in Deutschland entschieden zurück. „Wir brauchen keinen neuen Zwangsdienst, der die Grundrechte der jungen Menschen beschneidet und der auch mit dem Grundgesetz schwer vereinbar wäre.“ Damit widerspricht er dem saarländischen Ministerpräsidenten Peter Müller, der sich für einen sozialen Pflichtdienst ausgesprochenhatte. Linsler sieht im Auslaufen des Wehr- und Zivildienstes auch eine Chance: „Im Gesundheitssystem und im sozialen Bereich brauchen wir künftig mehr sozialversicherungspflichtig Beschäftigte statt billiger Zwangskräfte. Da müssen neue Arbeitsplätze entstehen.“

Linsler spricht sich für einen freiwilligen sozialen Dienst aus. "Junge Menschen können dort Erfahrungen sammeln, die ihnen ihr ganzes späteres Leben noch nützen. Das wäre eine wirklich sinnvolleEinrichtung.“ Die Gesellschaft müsse ein solches soziales Engagementdann aber auch stärker würdigen. So sollte die Teilnahme an einemfreiwilligen sozialen Dienst etwa von Arbeitgebern als deutlicher Pluspunkt gewertet werden. „Soziale Kompetenz, die man bei einem solchen Einsatz lernt, ist im Berufsleben ja auch wirklich von Vorteil.“ Wichtig sei: Freiwilligkeit statt Zwang. Außerdem sollte ein solcher Dienst eine wichtige Ergänzung bestehender Angebote seinund nicht zu Einsparungen an Arbeitsplätzen führen. Linsler lehnt es auch ab, junge Frauen zu einem Zwangsdienst für die Gesellschaft zu verpflichten, schließlich würden viele Frauen durch die Erziehung und Betreuung von Kindern und die Pflege von Familienangehörigen schon genug für die Gesellschaft leisten.

Quelle: http://www.dielinke-saar.de/nc/politik/presse/detail/artikel/rolf-linsler-freiwilliges-soziales-engagement-statt-neuem-zwangsdienst/