DIE LINKE.  Saar 


26. Januar 2018 Stadtratsfraktion

Lothar Schnitzler: Standortsuche für Schenker

Anlässlich der Standortsuche für ein neu zu errichtendes Logistikzentrum der Firma Schenker in Saarbrücken, äußert sich der verkehrspolitische Sprecher der Linksfraktion im Stadtrat, Lothar Schnitzler, besorgt:

„Wenn ein großes Logistik-Unternehmen wie Schenker in Saarbrücken ein Güterumschlagszentrum für gesamt Südwesteuropa plant, sollte klar sein, dass es hierbei auch um die Schaffung dringend benötigter Arbeitsplätze und um wichtige, zusätzliche Einnahmen für die Landeshauptstadt geht. Die Stadt kann es sich beim besten Willen nicht leisten, diese Chance zu verpassen, wenn kein geeigneter Standort gefunden wird. Andererseits ist offenkundig, dass die derzeitigen Planungen im Bereich des Flughafens Ensheim an deutliche infrastrukturelle Grenzen stoßen. Wenn täglich bis zu 700 LKW’s dort bei Schenker ein- und auspendeln sollen, werden die Straßen rund um den Flugplatz völlig überlastet sein. Gerade im Bereich der Heringsmühle, wo eben erst durch Tempo-30-Zone, Verkehrskreisel und Blitzer eine Verkehrsberuhigung erzielt werden konnte, würde die Belastung durch das Logistik-Unternehmen wieder extrem zunehmen.“

Zweifellos müsse die Landeshauptstadt alles daran setzen, einen geeigneten Standort für Schenker zu finden, der die zusätzlichen verkehrsbedingten Belastungen im Rahmen des Erträglichen hält. Das Problem sei jedoch, dass die Stadt Saarbrücken zwar über ausreichend Frei- und Grünflächen verfüge, diese aber aufgrund fehlender Verkehrsanbindungen nur bedingt gewerblich genutzt werden könnten.

„Es ist ein großes Versäumnis der Landesregierung, die für eine funktionierende Wirtschaft notwendigen Straßen im Bereich großer Gewerbeflächen nicht ausreichend entwickelt zu haben und nichts lässt vermuten, dass die Minimal-Konsens-Koalition im Land zukünftig auch nur einen Gedanken an dieses Problem verschwenden will. Die GroKo betreibt Stillstandspolitik. Nun steht die Landeshauptstadt vor dem Problem, eine Gewerbefläche anbieten zu müssen, für die seitens des Landes nicht die notwendigen Anbindungen geschaffen wurden. Die Stadt muss nun schauen, wie sie die Firma Schenker am Standort Saarbrücken sinnvoll ansiedeln kann. Wir fordern unabhängig davon die Landesregierung auf, endlich ausreichende Haushaltsmittel bereit zu stellen, um die Infrastruktur so auszubauen, dass das Saarland und vor allem das Oberzentrum Saarbrücken wirtschaftlich zukunftsfähig gemacht werden können. Die Kommunen leisten dafür bereits ihre Beiträge im Rahmen ihrer begrenzten Möglichkeiten. Aber ohne Bundes- und Landesmittel sind die Kommunen handlungsunfähig“, so Schnitzler abschließend.

Quelle: http://www.dielinke-saar.de/nc/politik/presse/detail/artikel/lothar-schnitzler-standortsuche-fuer-schenker/